Die Geschichte des Burgbauernhofes  am Katzenstein


1933 wurde das Reichserbhofgesetz erlassen. Auch in Thüringen entstanden zahlreiche Erb- und Musterhöfe. Im Zuge dessen wurde 1935 vom Reichsarbeitsdienst mit dem Bau des Bauernhofes, als landwirtschaftliches Musterprojekt, begonnen.

Nach der Fertigstellung, im Jahre 1936, wurde das Gut an die Familie Kießig aus Döbeln von der Landesregierung als Verwalter übergeben.

Als der Krieg begann zerbrach die Ehe der Kießigs. Der Vater und der „Schweizer“ wurden von der Wehrmacht eingezogen. Frau und Tochter verließen den Hof und zogen zurück in ihre Heimat bei Dresden.

1940 wurde die Familie Fick aus dem bayrischen Weimarschmieden für geeignet befunden und zog mit den Großeltern auf den Hof. Im November 1941 verstarb plötzlich der Vater an einer Bauchentzündung. Dennoch durfte die Familie auf dem Hof bleiben. Große Hoffnung lag auf dem ältesten Sohn den Hof weiterzuführen.

1945 erreichten zuerst die Amerikaner den Katzenstein, wovon auch der Bauernhof profitierte. Bereits im Juli 1945 trafen die Russen ein, die den Hof Ende 1945 dann völlig vereinnahmten. Im Frühjahr 1946 war der Hof dann in einem derart schlechten Zustand, dass er nicht mehr bewohnbar war. Der Hof fiel von da an zunächst durch die Grenzbegradigung ins Niemandsland.

Erich Honecker besucht den Erbhof. Im Sommer 1946 wurde der Hof der Flüchtlingsfamilie Tietze aus Schlesien zugeteilt, die erst mal ordentlich mit Aufräum- und Reinigungsarbeiten zu tun hatten. 1952 wurde die Grenze nach Hessen immer dichter, und die Familie Tietze ergriff die letzte Möglichkeit zur Flucht in die amerikanische Besatzungszone.

Von da an war die Grenzpolizei auf dem Hof untergebracht, die den Umbau des Anbaus vornahmen. Erich Honecker besuchte zu dieser Zeit den Hof als FDJ-Parteisekretär. Nachdem 1962 in der Nähe die Kaserne fertig gestellt wurde, zog die Grenzpolizei um und der Hof ging in den Besitz der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) über, wo das enteignete Vieh aus dem Dorf untergebracht wurde.

Von da an war die gute Seele des Hofes die Familie Detke. Um den Hof 1986 vor der drohenden Schleifung zu retten, wurde das ehemalige Gerätehaus aufgestockt und im Erdgeschoss, zu Ehren Honeckers das Traditionskabinett eingerichtet. In den 90er Jahren wurde der Hof, nach der Grenzöffnung, Eigentum der Landesentwicklungsgesellschaft.

Dringend notwendige Reparaturen wurden nur notdürftig ausgeführt. 1997 wurde der Hof meistbietend verkauft, doch die neuen Besitzer führten die dringend notwendigen Reparaturen auch nicht aus. In Folge dessen stürzte die Dreschscheune mit dem Schafstall ein. Der Hof war inzwischen nicht mehr der stolze Musterbauernhof - das Vorzeigeobjekt - seiner Zeit.

Im August 2004 war der letzte Besitzerwechsel. Das Hauptgebäude wurde entkernt. Es wurde gebohrt, tapeziert und kilometerlange Kabel verlegt und Heizungsrohre montiert. Das Dach gedeckt und der Brunnen gebohrt, eine neue Kläranlage gebaut, sowie ein moderner Holzvergaserkessel eingebaut. Koppelzäune neu aufgebaut, der Heu- und Spielboden hergerichtet und der Stall umgebaut. Zuletzt Sauna und Wellnessbereich vergrößert und die längst überfällige Fassade gedämmt und neu gestaltet. Längst ist noch nicht alles perfekt, aber wir freuen uns auf Ihren Besuch.